Das Handy klingelt. Ich stehe zwar voll bepackt mit Rucksack und zwei schweren Tueten in der U-Bahn, aber es gelingt mir trotzdem irgendwie mein Handy zu bedienen. „Julia, es ist Essen zu Hause!“ verkuendet mir die Stimme meines Mannes am anderen Ende der Leitung. Toll, einmal Fastfood weniger und stattdessen noch zwei Stunden hungrig unterrichten bis ich dann irgendwannmal gegen zehn Uhr abends zu Hause das Essen geniessen kann.

Kaum zu Hause angekommen stuerme ich extrem hungrig die Kueche und sehe einen Karton auf der Spuele stehen. Und das also soll mein Essen sein: dicke, rote mit Sichuan Pfeffer gebratene Skorpione. Im Kuehlschrank entdecke ich dann noch einen zweiten Karton voll mit diesen Viechern, die trotz ihres gebraten-seins ausschauen als ob sie gerade vom Strand in die Kueche gelaufen waeren. Alles ist dran, wie bei den lebendigen Tieren auch. Nun, von den fast 50 Skorpionen, esse ich etwa drei, dann vergeht mir der Appetitt, weil das Fleisch teilweise schon ein bischen weich und schwaerzlich ist. Wer weiss, woher das kommt. Vielleicht weil das Meer bei uns ja auch ganz schoen schwarz ist? Oder weil bereits der Verwesungsprozess eingesetzt hat? Diese Skorpione sind ja eigentlich eine Delikatesse und auch optisch schoen anzuschauen: wie Riesenheuschrecken…..aber mir schmecken Krebse besser….
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WOW - das Rot ist wunderschön.
Allerdings - was da sieht für mich essbar aus? Und bestimmt sind die so rot,
damit ich sie meide - feig oder vorsichtig, wie ich bin.
Chinesen sind also mit ihrer Küche auch “Helden der Ernährung”.
frutti di mare? Na ja - wahrscheinlich gehören Skorpione einfach zu den
Krebstieren und die knallrote Farbe ist nur da, um vor lebenden Skorpionen
zu warnen, nicht vor den fritierten …